Mai 17 2010

Die hessische Küche: Weckewerk und Bethmännchen

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Sie kochen gerne und lieben eine regionale Küche? Statt in deutschen Städten zum Italiener oder Griechen zu gehen und deren international bekannten Gerichte zu essen, ist es oftmals viel interessanter, die regionale Vielfalt der deutschen Küche kennenzulernen. Und wo kann man das besser, als in urigen, alteingesessenen Gasthäusern in den jeweiligen deutschen Regionen?

Weißwürste aus Bayern? Haben Sie vielleicht schon mal auf dem Oktoberfest gegessen. Spätzle und Maultaschen aus Baden-Württemberg oder lieber Fischbrötchen aus Hamburg? Viele Bundesländer sind mit ihrer typischen Hausmannskost geradezu verwachsen und werden oftmals sofort mit der jeweiligen Region assoziiert. Schließlich möchte man gerade im Urlaub lecker essen und die regionale Kultur kennenlernen. Aber waren Sie schon einmal in Frankfurt am Main auf der Suche nach regionalen Schmankerln? Was hat die Hessische Küche an kulinarischen Leckereien zu bieten?

Die hessische Küche gilt als sehr vielseitig. Während Nordhessen sehr der Thüringer Küche ähnelt, kommt in Mittelhessen vorzugsweise schwere schmackhafte Hausmannskost auf den Tisch. Typisch sind Gerichte auf der Basis von Kartoffeln und Brot. Ähnlich der italienischen Pizza gibt es im hessischen Raum viele belegte Hefe- und Brotvarianten wie Zwiebel-oder Speckkuchen. Eine nordhessische Wurstspezialität ist das sogenannte Weckewerk. Hergestellt wird dies aus Gehacktem und gekochtem Schwarten, das in einer Brühe vom Schwein mit gekochten Fleischstücken, Innereien und Blut vermengt wird. Seinen Namen erhält das Weckewerk dadurch, dass die Wurst mit altbackenen Brötchen, hessisch gerne als „Wecke“ oder „Wegge“ bezeichnet, gestreckt wird. Nach der Zugabe von Gewürzen werden alle Zutaten durch den Fleischwolf gedreht und anschließend im Schweinedarm abgefüllt. Klassisch wird das Weckewerk in Scheibenform in der Pfanne gebraten und danach mit Pellkartoffel oder eingelegten Gurken wie Roter Beete serviert. Eine besondere Variante ist dem ehemaligen Oberbürgermeister Kassel Philipp Scheidemann zu verdanken, der die Weckewerk-Scheiben am Liebsten fast verbrannt zu sich nahm. Dadurch hat sich diese Zubereitungsform als „Weckewerk nach Bürgermeister Art“ etabliert.

Eine weitere Spezialität, die ebenfalls an ihrem Namen abzulesen ist, ist die Frankfurter Grüne Soße, die in der hessischen Mundart als „Grie Soß“ bekannt ist. Ihr Name verrät bereits den hohen Anteil der traditionell sieben Kräutern Kresse, Kerbel, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch und Borretsch. Nachdem die Kräutern mit hart gekochtem Eigelb, saurer Sahne und Gewürzen aufgeschlagen wurden, wird die Soße üblicherweise mit gekochten Kartoffeln und hart gekochten Eiern oder als Beilage zu Fleisch und Fisch verzehrt. An Süßspeisen bietet die hessische Küche Reibekuchen, den traditionellen Frankfurter Kranz oder die besonders zu Weihnachten bekannten Bethmännchen. Wussten Sie, dass Goethe und Eduard Mörike als besondere Liebhaber des Mandelgebäcks galten und ihnen sogar eine Poesie gewidmet haben? Dass es in Frankfurt mittlerweile ein Denkmal für die „Grien Soß“ gibt, das aus sieben grünen Gewächshäusern besteht und symbolisch für die beinhalteten sieben Kräuter stehen?

Dies und mehrere interessante Hintergründe und Ursprünge der hessischen Küche kann man wohl nirgendwo besser als in Frankfurt am Main selbst aufspüren. Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre regionalen Kochkünste aufzubessern und zu verfeinern und nehmen Sie eines der zahlreichen Angebote zu Weiterbildungen in Frankfurt am Main wahr. Denn wo könnte man besser lernen als direkt vor Ort mit den regionalen Gourmets?

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